Michael Schade zu Gast beim Treffen am 19.02.08 (Ausführlicher + Überarbeiteter Bericht)
Geschrieben von Peter R.   
Donnerstag, 21. Februar 2008

Auf Bitte von Herrn Schade haben wir zwei Formulierungen geändert.  "Unrentable" wurde durch "weniger werbewirksamer" ersetzt und "weil es sich um ein Minusgeschäft handelt" durch "weil es aus werbetechnischer Sicht nur wenig Sinn macht"! Weder die urspünglichen noch die von Herrn Schade gewünschten Formulierungen sind wortwörtliche Zitate. Da aber die Ausführungen von Herrn Schade wiedergegeben werden, sind seine Formulierungen natürlich die Maßgebliche. Herr Schade und die Faninitiative Leverkusener Basketball legen Wert auf die Klarstellung, dass die Übergabe der Unterschriften auf unseren Wunsch hin nicht stattfand.

Unterschriften Jürgen Beckmann, John Ecker, Anita Hantschel und Michael SchadeBayer war gestern - Giants forever!
oder
Michael Schade zu Gast beim Treffen am 19.02.08

 
Beim Treffen der Faninitiative Leverkusener Basketball am 19.02. folgte Michael Schade, derzeit Leiter der Abteilung 'Unternehmenspolitik und Presse', unserer Einladung zu einem Meinungsaustausch. Unterstützt wurde er dabei von Jürgen Beckmann, der seit April 2007 Sportbeauftragter der Bayer AG ist. Auch die Faninitiative hatte sich namhaft verstärkt. Heinz Schäfer und John Ecker standen uns bei der lebhaften Diskussion zur Seite. Heinz Schäfer war 1970 Mitglied der ersten Meistermannschaft und ist heute Leiter der Giants League. John Ecker ging von 71 - 83 für die Riesen vom Rhein auf Körbejagd und erzielte in 259 Spielen eine Punkteausbeute von 4141 ( 16 Punkte/Spiel).
 
Herr Schade nutzte die Gelegenheit den Anwesenden die Beweggründe der Bayer AG zu erläutern, sich ab 2008 bzw. 2009 beim Profisport-Sponsoring ganz auf den Fußball zu konzentrieren. Er legte Wert auf die Feststellung, dass die Förderung des Breiten-, Jugend- und Behindertensport weiter fortgesetzt und sogar ausgeweitet würde. Die durch die Aufkündigung von Trikot- und Namessponsoringverträgen weniger werbewirksamer Sportarten (Basketball, Handball, Volleyball und Leichtathletik) frei gewordenen Mittel würden nicht dem Firmenvermögen zugeführt sondern fliessen in andere soziale Projekte (Stichwort Schulförderung). Sponsoring des Profi-Basketballs macht aus Unternehmenssicht keinen Sinn, weil es aus werbetechnischer Sicht nur wenig Sinn macht, während die in den Fußball inverstieren Summen einen starken "Return of Investment" liefern (1:4 in schlechten und 1:12 in guten Jahren). Gründe hierfür werden in der geringen Medienpräsenz des Basketballsports und der internationalen Bedeutungslosigkeit gesehen. Werbeverträge mit BBL-Teams wären nur für regional oder maximal national aufgestellte Unternehmen attraktiv, nicht aber für die international operierende Bayer AG. Man teilte uns auch mit, dass die Bayer AG seinerzeit davon ausgegangen sei, dass alle betroffenen Profi-Teams durch die lange Vorlaufzeit ( mind. 14 Monate) neue Werbepartner finden würden.
 
Auf diese sachlichen Ausführungen aus Unternehmenssicht folgten Rückfragen und Einwände aus unseren Reihen. Herr Schäfer gab zu bedenken, dass die Profis als Vorbilder der Jugend eine enorme Unterstützung bei seinem Bemühen seien, Kinder für den Sport im allgemeinen und Basketball im speziellen zu begeistern. Er stellte unmißverständlich klar, dass die Erfolge der Giants League in den vergangenen 5 Jahren ohne die enge Kooperation mit dem Profis nicht möglich gewesen wären. Christian Merta stellte die Frage, ob sich die Bayer AG noch in genügendem Umfang um die Lebensqualität ihrer Mitarbeiter und deren Familien sorge. Für ihn seien die sportlichen Events am Wochenende immer ein Stück Lebensqualität gewesen - der Wegfall ein entsprechender Verlust. Peter Riemann stellte die Frage, ob man sich bewußt sei, dass die starke Unterstützung des Profi-Basketballs in den letzten 40 Jahre sich nun vom Segen zum Fluch wandeln würde. "Basketball und Leverkusen" werden in ganz Basketball-Deutschland mit "Bayer" gleichgesetzt. Welcher Sponsor ginge wohl das Risiko ein für Namensrechte zu bezahlen, um dann festzustellen, dass niemand seinen Namen erwähnt? "Wir Fans feuern unsere Giants fast immer mit lautstarken Bayer-Rufen an. Erwächst aus einer solchen engen Verbundenheit keine besondere Verpflichtung?", fragte er Herrn Schade und Herrn Beckmann. Die Antwort lautete aber jedesmal "Nein, wir wollen und können die Entscheidung nicht ändern". Auch den Vergleich mit der Aktion "Das Kreuz muss bleiben" liess  man nicht gelten. Schließlich  habe man damals den Leverkusenern  nur eine optische Reizüberflutung ersparen wollen. Dass soviele Bürger mit dem Bayer-Kreuz ein Stück Heimat verbinden, habe man nicht gedacht. Dementsprechend leicht sei es gewesen die Entscheidung für den Abriss zu revidieren.
 
Als dann auch Dana Kolodziej's Fragen nach einer eingeschränkten Unterstützung ( "Schenken Sie uns noch ein Jahr" oder "könnten sich verstellen ein Pro-A-Team zu sponsern oder als Nebensponsor aufzutreten?") abschlägig beantwortet wurden, mußten wir erkennen, dass wir diesmal auf " Granit beißen " würden. Die ursprünglich geplante Übergabe der Unterschriften fand aus diesem Grund und auf unseren Wunsch hin nicht statt. Stattdessen wurden die fast 12.000 Unterschriften Herrn Schade und Herrn Beckmann nur gezeigt. Uns bleibt nun Gelegenheit die eindrucksvolle Zahl an Unterschriften noch weiter zu steigern.
 
Beendet wurde der Abend durch ein Schlußwort von Heinz Schäfer. Er führte aus, dass er rational den meisten der vorgebrachten sachlichen Argumente folgen könne, diese ja auch nicht neu seien. Mit  Enttäuschung und persönlicher Betroffenheit müsse er feststellen, dass die vielen überzeugenden sozialen und emotionalen Argumente zur weiteren Stützung der Basketballprofis in dieser Stadt die Entscheidungsträger nicht einmal andeutungsweise zum Einlenken oder wenigstens zu Hilfestellungen bei der Sponsorensuche bewegen konnten. Diese Enttäuschung und Betroffenheit, die er offensichtlich mit über 12000 Leverkusener, davon auch 4000 Schülerinnen und Schülern und deren Eltern teile, könne kein noch so wortgewandtes Argument im nehmen. Der Applaus aus dem Kreis der Faninitiative machte deutlich, dass es den meisten Anwesenden es genauso erging

Heute mit zwei Tagen Abstand können wir konstatieren: Das Treffen war eine herbe Entttäuschung und wir fühlten uns wirklich angeschlagen. Doch wir stehen auf und kämpfen weiter. Ein angeschlagener Boxer ist ein gefährlicher Gegner. Bayer war gestern - Giants forever!

Letzte Aktualisierung ( Montag, 25. Februar 2008 )